Stücke

Wir haben für euch ein hervorragendes Programm ausgewählt. Folgende Stücke werden gespielt.

Castellum – Mario Bürki

Als der römische Feldherr Munatius Plancus unter Caesar um 44 v. Chr. im Gebiet der keltischen Rauriker die Kolonie Raurica gründete, war die Stadt Rom seit ihren Anfängen im 8. Jahrhundert v. Chr. zu einem mächtigen Imperium rund um das Mittelmeer angewachsen. So gab er 15 v. Chr. den Bau der Koloniehauptstadt Augusta Raurica in Auftrag. Während der folgenden 200 Jahre entwickelte sich die Stadt zu einer Metropole mit rund 15 000 Einwohnern. Dies lag nicht zuletzt an ihrer Lage: hier trafen die Nord-Süd-Verbindungen von Italien ins Rheinland und die West-Ost-Verbindung von Gallien an die Donau und nach Rätien auf den Rhein.
Damit grosse Siedlungen wie Augusta Raurica ernährt werden konnten, war eine florierende Landwirtschaft notwendig. Noch heute ist vieles unklar über die römische Agrarwirtschaft. Aktuelle Ausgrabungen geben jedoch einen Einblick in ebendiese. So zum Beispiel jene in Pratteln: Auf dem Chästeliacher wurden Mitte des 19. Jahrhunderts die Überreste eines römischen Gutshofes gefunden. Der Name Chästeli lehnt sich dem lateinischen Wort castellum, auf deutsch «befestigte Anlage» an.
Mein Werk Castellum beschreibt, wie ich mir das Leben in jener Zeit vorstelle: Die Mühen der Arbeiter auf dem Feld, die Kämpfe der Römer gegen die Helvetier, aber auch die pompösen, mächtigen Bauten und Befestigungen. Bewusst gebe ich keine detaillierte Beschreibung, wo ich mir welche Szene oder welches Bild vorgestellt habe. Mein Ziel ist, dass jeder Zuhörer seine eigene Fantasie walten lässt, um sich eine eigene Geschichte zu meiner Musik auszudenken

Ross Roy – Jacob de Haan

Ross Roy ist der Name einer monumentalen Villa in Brisbane, Australien, in der 1945 das St. Peter Lutheran College gegründet wurde. Im Auftrag dieses Schulorchesters komponierte Jacob de Haan dieses Konzertwerk, das voll von Metaphern ist. Die Struktur und Disziplin dieser Schule hören wir in der mit Tonwiederholungen gepaarten rhythmischen Bewegung des Bassregisters und des Schlagwerks. Das folgende martialische Thema steht als Symbol für das Durchlaufen der Klassen bis zum Ende der Schulzeit. Eine scherzhafte, humoristische Version des Hauptthemas darf nicht fehlen, denn in der Schule muss auch Zeit für kleine Späße und Lachen sein! Das charakteristische Schlussthema mündet in einem festlichen Höhepunkt.

The Witch and the Saint – Steven Reineke

Steven Reineke ließ sich durch das Buch von Ulrike Schweikert „Die Hexe und die Heilige“ zur gleichnamigen Komposition inspirieren. Die Geschichte erzählt von einem dunklen Kapitel des Mittelalters: den Hexenverfolgungen. In Ellwangen (Deutschland) werden im Jahre 1588 einer angesehenen Wirtsfamilie Zwillingsmädchen geboren. Während die tugendhafte Helena ins Kloster geht, wird ihre eigenwillige Zwillingsschwester Sibylla Hebamme. Sie lernt die dunklen Geheimnisse der Mächtigen kennen und wird zur Gefahr. Die Häscher der Inquisition rüsten zur Hexenjagd. Das sehr gelungene programmatische Werk ist technisch nicht allzu anspruchsvoll, hat aber einige Taktwechsel und verlangt 5-8 Schlagzeuger.